Erinnerungen an Hoyerswerda 1991

Gegen das Vergessen – Hoyerswerda 1991

Alter: 16 – 18 Jahre | Format: Broschüre | Léon-Foucault-Gymnasium | Hoyerswerda, Sachsen

Thema
Am historischen Ort selbst beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler in ihrem Projekt mit den mehrtägigen, rassistischen Angriffen auf ehemalige mosambikanische Vertragsarbeiter und -arbeiterinnen sowie ghanaische Geflüchtete in Hoyerswerda 1991. Die Gruppe recherchierte Ablauf und Hintergründe der Ausschreitungen und beschäftigte sich mit den Folgen für Betroffene und dem Umgang der Stadtgesellschaft mit den Geschehnissen. Besonders profitiert die Arbeit von persönlichen Erinnerungen zivilgesellschaftlicher Akteure, thematisiert aber auch die Rolle jugendlicher Neonazis und Angriffe auf Jugendclubs dieser Zeit. Die Jugendlichen erörtern außerdem die gesellschaftlichen Reaktionen und Folgen der Übergriffe.

Umsetzung
Die Jugendlichen haben eine 9-seitige Broschüre erstellt, die neben einer Darstellung der Ereignisse eine Vielzahl an Bildern und Zitaten sowie die Transkripte der Zeitzeugeninterviews umfasst.

Das Zeitreisespiel durch die Jugendkulturen

Plowing up. Zeitreise der Jugendkulturen: DDR; BRD; Republik

Alter: 17 – 19 Jahre | Format: Spiel | Lina-Hilger-Gymnasium | Bad Kreuznach, Rheinland-Pfalz

Thema
In ihrem Spiel geben vier Schülerinnen und Schüler einen lebendigen Einblick in die Umbruchszeit für Jugendliche. Während des Spiels erleben die Spielerinnen und Spieler eine Zeitreise: aus der DDR über das vereinigte Deutschland bis in die heutige Bundesrepublik. Man kann als Spieler/-in zahlreiche Situationen miterleben, wie etwa zur Freizeitgestaltung in der DDR und Bundesrepublik, Herausforderungen des Schulwechsels während des Umbruchs oder die Karrierewege der Eltern. Für diese lebensnahen Beispiele haben sie umfangreich recherchiert und Zeitzeugen befragt. Ein Gegenwartsbezug wird hergestellt, indem die Jugendlichen Situationen aus ihrem eigene Leben mit aufnehmen, wie etwa die Möglichkeit, das erste Mal zu wählen, Einschränkungen durch die Pandemie zu erleben oder auch auf Friedensdemonstrationen gegen den Ukrainekrieg zu gehen.

Umsetzung
Mit viel Liebe zum Detail haben die Schülerinnen und Schüler ein kreatives Spiel gebastelt. Die Ergebnisse aus ihren Recherchen haben sie in Aktionskarten umgewandelt, durch die die Spielerinnen und Spieler auf ihrem Weg zum Ziel Einblicke in den Alltag von Jugendlichen in West und Ost erhalten.

Jungsein zum Mauerfall

POW – Point of Wende

Alter: 15 – 17 Jahre | Format: Video | Marie-Therese-Gymnasium Erlangen | Erlangen, Bayern

Thema
Jungsein in beiden deutschen Staaten, die Veränderungen für junge Menschen mit und nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung sowie die Auswirkungen dieser Ereignisse – diese Themen bearbeiteten Schülerinnen und Schüler aus Erlangen in ihrem Beitrag. In dem Video auf ihrer Website lassen die Zeitzeugen, die in der Bundesrepublik, in der ehemaligen DDR und in Rumänien aufwuchsen, sprechen und ihre Erfahrungen teilen. Schwerpunkt des Films ist der Bericht über das persönliche Erleben des Mauerfalls sowie die Veränderungen, die darauf folgten: die neuen Perspektiven und Möglichkeiten nach der Schule aber auch die Unsicherheit, die der Umbruch mit sich brachte.

Umsetzung
Die Schüler und Schülerinnen haben eine Website erstellt, die das produzierte Video und weitere Informationen zum Entstehungsprozess beinhaltet. Die Website ist sehr professionell programmiert und ansprechend gestaltet. Die Einspieler, die von den Jugendlichen eingesprochen und produziert wurden, sind kreativ umgesetzt worden.

Sandmann, lieber Sandmann…

Der Sandmann im politischen Spannungsfeld: Wie eine Kinderserie den Untergang eines Staates überlebte!

Alter: 14 – 15 Jahre | Format: Video | Gymnasium Altenholz | Altenholz, Schleswig-Holstein

Thema
Die vier Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit der Geschichte des West- und Ost-Sandmännchens und gingen der Fragestellung nach, warum das Ost-Sandmännchen noch heute als Kultfigur über die Fernsehbildschirme der Bundesrepublik flimmert. Sie zeichnen die Geschichte der beiden Sandmännchen seit deren Entstehung 1959 nach, die sie immer wieder in Originalsequenzen des Sandmännchens und von Pittiplatsch, Schnatterinchen und dem Hund Moppi einbetten. Zwei Zeitzeugen und Experten geben in Mitschnitten Auskunft zur historischen Bedeutung des Sandmännchens. Ein zentrales Thema neben der Geschichte und allgemeinen Bedeutung des Sandmännchens während des Umbruchs ist die vermeintlich geplante Absetzung des Ost-Sandmännchens 1991, die zu einer politisch aufgeladenen Debatte und öffentlicher Entrüstung führte.

Umsetzung
Die Umsetzung des Videos ist sehr gut gelungen und strukturiert. Bild- und Tonqualität sind einwandfrei. Die Schülerinnen und Schüler gestalten die Präsentation lebhaft durch den Wechsel von Originalszenen, Interviewausschnitten und eigenen Einspielern.