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Auf dem Pferd die Grenze entlang

Martin Stellberger mit Pferd Flamenco bei seinem Grenzritt. Foto: privat

Martin Stellberger wollte das Grenzgebiet genauer kennenlernen und begab sich auf eine Reise entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze. 1400 km legte er zusammen mit seinem Pferd Flamenco zurück und begegnete dabei zahlreichen Menschen, die von ihren Erfahrungen mit der Grenze und den Veränderungen seit der Einheit erzählten.

„Die Grenze zwischen Ost und West habe ich als Kind erlebt bei den Reisen mit meiner Mutter nach Halle, ihrer Heimatstadt. Die Situationen bei der Kontrolle zur „Einreise“ haben sich wiederholt, als ich mit meinen Schülern nach Berlin reiste. Als die Mauer fiel, war ich oft in Sachsen und auf den vielen Fahrten dorthin wuchs der Wunsch, diese Grenze genauer zu erforschen – als Wanderreiter mit meinem Pferd Flamenco.
Mein Interesse galt den Menschen im ehemaligen Grenzgebiet, das als „500-Meter-Streifen“ streng bewacht wurde: Wie haben die Menschen mit der Grenze gelebt? Woran erinnern sie sich? Was haben sie erlebt? Wie sind sie mit den Bedrohungen durch Verrat und Bespitzelung umgegangen? Was haben sie erlitten? Ehemalige Grenzsoldaten fragte ich nach ihrem Dienst. Und ich wollte auch wissen, wie die Familien die Wende erlebt haben und wie sich ihr Leben verändert hat.
13 Wochen war ich unterwegs von Mittelhammer an der Grenze Bayern/Sachsen/Tschechien bis an die Ostsee bei Priwall. Jeden Tag (!) fand ich bei gastfreundlichen Menschen Unterkunft für mein Pferd und mich. Ich musste mir nie Sorgen machen, ich wurde nie abgewiesen: Ich kam als Fremder und durfte als Freund weiterziehen. Ein unglaublich prägendes Abenteuer, von dem ich noch heute zehre. Das, wonach ich fragte, beantworteten mir meine Gastgeber freimütig und offen. Von den vielen Begegnungen, Gesprächen und Eindrücken erzähle ich in meinem Buch „Grenzritt in Freiheit und Freundschaft – 1400 km entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze“. Meine Reiterreise an der Grenze sollte ein Beitrag sein, diese Grenze zwischen den Menschen in Ost und West zu überwinden.“

Weitere Informationen zu Herrn Stellberger sind hier zu finden: Zeitzeugenbüro: Martin Stellberger.