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Baseballschlägerjahre in der Uckermark

Bild_Baseballschlägerjahre
Infocafé Angermünde 1993, Foto: Archiv INWOLE.

Die Erfahrung brutaler rechter Angriffe in den 1990er-Jahren prägen eine ganze Generation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Ostdeutschland – heute sprechen wir über diese Zeit als „Baseballschlägerjahre“. Die Bedrohung durch Neonazis richtet sich gegen alle, die nicht in ihr Weltbild passen: alternative, nicht-rechte Jugendliche, Migrantinnen und Migranten, Wohnungslose. In Angermünde organisieren sich junge Menschen und gründen 1993 ein linkes Jugendprojekt: das Infocafé Angermünde. Obwohl wiederholt Anschläge auf den Klub verübt werden und es permanent Angriffe von Naziskinheads auf die Besucherinnen und Besucher gibt, erkämpfen sie sich ihre Freiräume und setzen ihre eigene Vorstellung von solidarischem Leben und Kultur um. Sie organisieren Konzerte, Lesungen und Diskussionsveranstaltungen – ein wichtiger Treffpunkt entsteht.

Micha erzählt von den Besucherinnen und Besuchern des Infocafés: „Den Dresscode gab´s natürlich. Es war ja damals die Zeit mit relativ viel Punk, ein paar Gothics gab´s, und von den Rechten hat man uns natürlich sowieso unterscheiden können, weil die hatten ja damals noch ganz andere Uniformen. Sie waren ja damals noch leichter zu erkennen an ihrer Handvoll Marken, die sie getragen haben, und dem typischen Dresscode: Springerstiefel, Jeans und Bomberjacke und dezente Kurzhaarfrisur.“

„Wenn man angefangen hat sich so anzuziehen, ein bisschen bunter, ein bisschen schräger, Punkrock zu hören, die Haare sich zu stylen, einen Iro zu schneiden, damit fiel man natürlich auf, und damit fiel Anderen auch auf, dass man anders ist.“, ergänzt Christin.

Susanne fasst 2021 zusammen, wie sie die Bedrohung durch Rechte erlebte: „Die 90er sind für mich echt in Schwarzweiß und diese 2000er, die sind für mich bunt.“

Mehr Informationen zur Geschichte des Jugendcafés und Angermünde in den 1990er-Jahren findet sich hier: https://gegenuns.de/uckermark/