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Die Frage nach der Heimat

Die Frage nach der Heimat
Die Frage nach der Heimat – Bildnachweis: Eduversum.

Durch die deutsche Einheit verändert sich das Leben von Einwanderinnen und Einwandern in Ost und West. Von der nationalen Einheit fühlten sich viele von ihnen zunehmend ausgeschlossen. Wo sahen sie nun ihren Platz im „vereinten“ Deutschland? Hong Trung Dinh wurde 1967 in Nordvietnam geboren und kam mit 18 Jahren zur Ausbildung in die DDR. Nach dem Mauerfall steht er vor der Entscheidung, ob er in Deutschland bleiben oder nach Vietnam zurückkehren soll. Er entscheidet sich dafür, in Deutschland zu bleiben. Dinh stellt sich die Frage, was heute seine „Heimat“ ist – Deutschland oder Vietnam?

„Richtig deutsch bin ich nicht, oder ich werde es niemals sein. Weil ich nicht hier aufgewachsen bin. Ich habe irgendwo gelesen, alleine die Kinder, die hier geboren sind, aber mit Wurzeln aus dem Ausland, die werden irgendwie schon etwas anders. Und dann ich, ich bin hier einfach fremd, und in meiner Heimat Vietnam bin ich auch etwas fremd – oder mehr. Das ist schon irgendwie heimatlos, kann ich sagen. Weil ich nicht weiß, wo ich hingehöre. Hierhin oder nach Vietnam. Das ist schon kompliziert. Weil mit 18 sind wir von Zuhause weg, die Zeit ändert sich – für das Gefühl ist das schon etwas Anderes.“

Mehr dazu, wie sich der der Blick auf Einwanderinnen und Einwanderer sowie deren Nachkommen durch die deutsche Einheit veränderte, findet sich hier:
https://www.einheit-interkulturell.de/themen/auf-einmal-auslaender/