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Eine Stadt – zwei Zoos

 

Zoologischer Garten 1960
Foto privat: 1960, Zoologischer Garten

Spitzenfoto, oder? Es wurde im August 1960 im Zoologischen Garten Berlin aufgenommen, ein Jahr vor dem Bau der Berliner Mauer.

Neben diesem Zoo, mit Gründungsjahr 1844 Deutschlands ältester, hatten die Ostberliner zu diesem Zeitpunkt bereits ihren ‚eigenen‘ Zoo: den 1955 gegründeten Tierpark in Berlin-Friedrichsfelde. In der geteilten Stadt gab es viele Kultur- und Freizeiteinrichtungen doppelt. Nach der Wiedervereinigung stellte sich bei einigen die Frage, ob sie in Ost und West weiterbestehen würden. Betroffen waren Museen oder Theater.

Nicht so im Falle der Zoos. Schon früh war klar, dass beide Berliner Zoos bestehen bleiben sollten – sowohl der in der DDR gegründete Tierpark, als auch der Zoologische Garten in West-Berlin. Beide Einrichtungen verzeichneten schon kurz nach dem Mauerfall Rekordbesucherzahlen. Ost-Berliner und Brandenburger strömten in den Zoo im Westen, West-Berliner in den Tierpark im Osten. Auch wenn die Institutionen schließlich verwaltungstechnisch zusammengelegt und beide dem neuen Finanzsenat unterstellt wurden, behielten sie doch ihr jeweiliges Profil. Der Zoologische Garten sollte seine eindrucksvollen Tierhäuser, eine hohe Artenvielfalt und die Ordnung nach Arten bewahren, den Tierpark hingegen zeichnete weiterhin weitläufige Landschaftsgehege und eine geographische Ordnung der Tiere aus. In einzelnen Fragen stimmten die Institutionen sich aber ab – beispielsweise sollte der Zoologische Garten künftig Indische, der Tierpark Afrikanische Elefanten halten.

Um diese besonderen Eigenheiten der beiden Zoos zu bewahren, werden Zoologischer Garten Berlin AG & Tierpark Berlin-Friedrichsfelde GmbH seit 2014 in Personalunion geleitet.

Vielen Dank an Anna Parrisius für diesen Text.