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Umzug in den Westen

 

 

 

Florian. Foto: @ IASS Potsdam

Viele DDR-Bürger hatten Kontakt zu Verwandten in der Bunderepublik, erhielten „Westpakete“ und „Westbesuche“ oder schauten „Westfernsehen“. Daraus machten sie sich eine Vorstellung über das Leben im anderen Teil Deutschlands. Manche fühlten sich von den politischen Freiheiten angezogen, andere von der individuellen Lebensgestaltung oder den wirtschaftlichen Möglichkeiten. Nach dem Mauerfall suchten tausende DDR-Bürger ihr berufliches und privates Glück in einem Umzug in die sogenannte alte Bundesrepublik. So auch die Familie von Florian, der 1979 in Magdeburg geboren wurde. Das neue Lebensumfeld stellte sich aber oftmals als ganz anders oder viel fremder heraus, als erwartet.

„Ich erinnere mich an unseren ersten Besuch bei „Westverwandten“ in Wolfsburg. Als ich dort in meinen ersten Spielzeugladen im Westen ging, war ich ziemlich enttäuscht. Irgendwie hatte ich es mir bombastischer vorgestellt. Aber vielleicht kannte ich das Sortiment auch schon zu gut, weil unsere „Westverwandten“ mir immer Lego und Asterix-Hefte geschickt hatten.
Ein Jahr nach der Wiedervereinigung zogen wir in den in den Südwesten der „BRD“ in die Westpfalz. Mein Vater hatte dort eine Stelle angenommen. Ich verlor all meine bisherigen Freunde. Die ersten zwei, drei Jahre waren hart. Von mir wurde erwartet, dass ich so spreche und mich verhalte, wie die anderen Kinder dort. Aber ich weigerte mich, den neuen Dialekt zu sprechen oder die neuen Lebensverhältnisse zu mögen. Stattdessen hielt ich an meiner DDR-Herkunft fest, um mich abzugrenzen. Mit 14 Jahren begann ich dann, mich politisch zu engagieren, was für die anderen Jugendlichen in meinem Umfeld eher untypisch war.“

Weitere Informationen zu Florian sind hier zu finden: Zeitenwende-Lernportal.de: Florian