Wettbewerbsthema 2025/26

Neue Begegnungen

Mit der Öffnung der Mauer und der deutschen Einheit 1989/90 konnten sich Menschen aus Ost und West endlich wieder in Freiheit begegnen. Ob in der Familie, im Freundeskreis oder auf Reisen – nach 40 Jahren der Teilung trafen sie mit unterschiedlichen Erfahrungen, Hoffnungen und Sorgen aufeinander.

Wir laden euch ein, die „Geschichten in der Geschichte“ zu entdecken: Welche Begegnungen haben den Alltag verändert? Welche Orte der Begegnung wurden wichtig? Und wie lassen sich verschiedene Perspektiven auf Geschichte(n) zusammenbringen?

Sucht euch ein Thema und geht selbst auf Spurensuche!

Ihr könnt ganz unterschiedliche Begegnungen erforschen. Nach der Wiedervereinigung begannen viele Menschen neue Wege im Beruf oder suchten nach Orientierung inmitten der Umbrüche. Viele zogen zwischen Ost und West um und trafen auf neue Mitschülerinnen und Mitschüler, neue Kolleginnen und Kollegen, neue Nachbarinnen und Nachbarn. Wie verliefen die ersten Begegnungen? Wie veränderte sich der Alltag in Ost und West, wenn neue Menschen dazukamen und bekannte Gesichter plötzlich fehlten?

Orte der Begegnung

Vertraute Orte und Strukturen, die in der DDR bis 1990 stark vom Staat geprägt und beeinflusst waren, verschwanden oft plötzlich: Die FDJ und ihre Jugendklubs lösten sich auf. Der Betrieb – für viele nicht nur Arbeitsplatz, sondern auch ein zentraler Ort für Austausch, Sport und Freizeit – verlor an Bedeutung.

Gleichzeitig entstanden viele neue Möglichkeiten: Vereine, Netzwerke und zivilgesellschaftliche Gruppen brachten Menschen zusammen und wurden zu neuen Orten der Begegnung. Wie fühlte es sich an, sich von vertrauten Orten zu verabschieden und neue Orte zu entdecken?

Unentdeckte Geschichten

In den Jahren nach der Wiedervereinigung kamen viele Menschen nach Deutschland, darunter auch Millionen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion. Welche Begegnungen prägten ihr Ankommen im vereinten Deutschland? Und wie erlebten Menschen, die bereits zuvor eingewandert waren, die gesellschaftlichen Veränderungen in den Umbruchszeiten?

Viele Geschichten wurden bis heute noch nicht erzählt und wir laden euch ein, diese Geschichten in eurem Umfeld zu entdecken! Findet heraus, welche Begegnungen zwischen Ost und West, zwischen Generationen oder Kulturen aus der Zeit von 1990 bis heute Spuren hinterlassen haben. Was hat all das noch mit euch zu tun? Was können wir daraus für unsere Gegenwart und Zukunft lernen?

Wir sind gespannt auf eure Recherchen und Beiträge!  Mehr Informationen, Inspirationen für Themen und Formate sowie weitere Tipps findet ihr auf dieser Seite und in den Bereichen für Jugendliche und für Projektbegleitungen.

Unseren aktuellen Flyer gibt es zum Download – auch in einfacher Sprache.

Jury 2025/26

Jurymitglieder

Anna Lux Portrait

Anna Lux

ist Historikerin. An der Universität Freiburg untersuchte sie im Forschungsprojekt „Das umstrittene Erbe von 1989“ die Jahre der Transformation. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Popkultur, in der die Umbrüche verarbeitet werden – etwa im Gangsta-Rap, in Filmen oder Romanen. In diesem Zusammenhang betreibt sie auch den Instagram-Kanal „89 goes Pop“.

„Wenn ich an das Thema „Neue Begegnungen“ seit den Umbruchszeiten 1989/90 denke, dann denke ich als erstes an...mit dem Wartburg nach Paris, mit der Fähre ins Baltikum, neue Freunde und alte am WG-Tisch in einer Küche ohne Heizung. Reden, lachen, vielleicht zu wenig fragen. Maximale Gegenwart und „neue Begegnungen“ als die Normalität.“

Die vier Jurymitgleider lächeln in die Kamera

Ida Hartrumpf, Laura Schwede, Heinrich Bulisch und Diana Lukasch

sind Schüler/-innen an der Sorbischen Oberschule Michał Hórnik aus Räckelwitz in Sachsen und bereichern die Jury mit einer jungen Perspektive: Mit ihrem Beitrag „Das Portemonnaie im Westen, die Wurzeln in der sorbischen Lausitz“ gewannen sie in der letzten Runde des Jugendwettbewerbs Umbruchszeiten einen ersten Preis.

„Am meisten freuen wir uns bei der Juryarbeit darauf, die verschiedenen Projekte der Teilnehmenden zu sehen sowie Ihre Individualität. Wir selbst wissen, wie viel Arbeit dahintersteckt, so ein Projekt auf die Beine zu stellen und sind deshalb sehr gespannt auf die Beiträge und froh, dass wir unsere junge Sichtweise einbringen können.“

Portrait Anna Kaminsky

Anna Kaminsky

ist Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und richtet gemeinsam mit der Staatsministerin und Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland, Elisabeth Kaiser, den Jugendwettbewerb „Umbruchszeiten“ aus.

„Gerade heute ist es wichtig, sich mit den gesellschaftlichen Umbrüchen und neuen Begegnungen seit 1989/90 zu beschäftigen, weil diese Fragen und Probleme uns bis heute beschäftigen und inzwischen die Erinnerungen an die Diktatur überlagern.“

Jan-Christian Wilkening

Jan-Christian Wilkening

ist Geschichtsdidaktiker und promovierte an der Universität zu Köln zum Thema inklusive Geschichtsdidaktik mit einem Fokus auf Schüler/-innen mit Lernschwierigkeiten. Derzeit befindet er sich im Referendariat in Hildesheim.

„Am meisten freue ich mich bei der Juryarbeit im Jugendwettbewerb darauf, Projekte aus ganz unterschiedlichen Schulformen bestaunen und diskutieren zu können.“

Andreas Helle

Andreas Helle

ist Historiker und Soziologe. Er leitet im Arbeitsstab von Elisabeth Kaiser, der Staatsministerin und Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland, das Referat für Diktaturaufarbeitung und Kultur.

„Alle Erinnerung ist Gegenwart, schrieb einst ein Dichter. Aus der Gegenwart blicken junge Menschen nun auf die Erinnerung an den Umbruch nach der Vereinigung. Ich bin gespannt darauf, wie sie sich diese wilde Zeit aneignen.“

Dennis Chiponda

Dennis Chiponda

ist Journalist, Podcaster und Diversity-Trainer. Er beschäftigt sich aktuell in seinem Podcast „Mauerecho“ mit der deutschen Einheit und der Überwindung mentaler Grenzen zwischen Ost- und Westdeutschland.
Cahit Başar Portrait

Cahit Başar

arbeitet als Geschichts- und Politiklehrer an einem Gymnasium in Köln. Er war Gründungsmitglied und langjähriger Sprecher des Netzwerks der Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte in NRW. Er setzt sich für interkulturelle Perspektiven in der Aufarbeitung der deutschen Teilungs- und Einheitsgeschichte ein und ist außerdem Generalsekretär der Kurdischen Gemeinde Deutschlands.

„Gerade heute ist es wichtig, sich mit den gesellschaftlichen Umbrüchen und neuen Begegnungen seit 1989/90 zu beschäftigen, weil wir in diesen Biografien die Werkzeuge für unsere eigene Gegenwart finden. Das Wissen darum, wie man aus Veränderung Chancen macht und wie Dialog trotz unterschiedlicher Herkunft gelingt, ist der „Kitt“, den unsere Gesellschaft heute mehr denn je braucht.“

Nora Zabel Portrait

Nora Zabel

ist Podcasterin und Politikwissenschaftlerin und beschäftigt sich aus der Perspektive eines Nachwendekindes damit, was die jüngere Generation in Ostdeutschland prägt. Sie ist Autorin des Buches „Vereint in Zerrissenheit – Die ostdeutsche Generation Z zwischen zwei Welten“.

„Gerade heute ist es wichtig, sich mit den gesellschaftlichen Umbrüchen und neuen Begegnungen seit 1989/90 zu beschäftigen, weil die Geschichten unserer Eltern in uns weiterleben. Sie prägen unsere Sicht auf die Welt. Egal, ob wir daheim geblieben sind oder weggegangen sind. Egal ob wir rebellieren oder anpassen. Wir werden uns immer dazu verhalten müssen. Dieser Teil der Geschichte ist Teil unserer ostdeutschen DNA.“

Barbara Richter

Barbara Richter

vertritt in der Jury den Verband der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e. V. Sie ist Mitglied des Landesvorstandes des VGD Brandenburg und Beisitzerin im Bundesvorstand.

„Am meisten freue ich mich bei der Juryarbeit im Jugendwettbewerb darauf, zu sehen, welche historischen Zugriffe die Teilnehmer/-innen aus der ganzen Bundesrepublik auf das Thema Begegnungen gewählt haben: Welche Begegnungen wurden ausgewählt? Wo haben diese stattgefunden (Arbeit, Schule, Freizeit, Sport)? Welche Fragen stellen die Lernenden? Wo recherchieren sie? Und welche Urteile fällen sie?

Dabei bin ich auch sehr gespannt, welche Formate sie gewählt haben und inwiefern kreative Einreichungsformen den Schüler/-innen helfen, ihre historischen Erkenntnisse ansprechend und überzeugend darzustellen.“

Allgemeine Informationen

Das Wichtigste rund um den Wettbewerb

Wer kann mitmachen? Was gibt es zu gewinnen? Und wie können die Wettbewerbsbeiträge eigentlich eingereicht werden?

Wir beantworten die wichtigsten Fragen. Die ausführlichen Teilnahmebedingungen sind auf unserer Website oder zum Download verfügbar.

Was gibt es zu gewinnen?

Wir vergeben 30 Preise zwischen 500 und 3.000 Euro. Ein weiteres Highlight ist die große Preisverleihung im Juni 2026 in Berlin, zu der wir alle Preisträgergruppen einladen. Die Kosten für die Fahrt und eine Übernachtung übernehmen wir. Außerdem erhalten alle, die am Wettbewerb teilgenommen haben, eine Urkunde.

Alle Geldpreise werden an die Institution ausgezahlt, an die die Wettbewerbsgruppe angesiedelt ist und sollen den Teilnehmenden zu Gute kommen.

Was kann eingereicht werden?

Bei den Beiträgen sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Ob Podcast, Film, Kurzgeschichte, Comic, Social-Media-Kanal, Ausstellung oder Formate, die ihr neu erfindet – wir freuen uns über viele verschiedene Beiträge! Dazu kommt noch ein kleiner Projektbericht, der Fragestellung, Vorgehensweise, Quellen und den Einsatz von KI erläutert. Bitte beachtet, dass schriftliche Arbeiten nicht länger als 30 Seiten sein dürfen und Audio- und Videobeiträge maximal 20 Minuten haben dürfen.

Wenn ihr mehr über die kreativen Beiträge der letzten Runden erfahren wollt, besucht doch unser Projektarchiv!

Wer kann sich beteiligen?

Teilnehmen können Gruppen von Jugendlichen (mindestens zwei Personen) im Alter von 13 bis 19 Jahren, die Lust haben, sich auf historische Spurensuche zu begeben. Eingeladen sind alle Schulformen, aber auch außerschulische Einrichtungen.

Jede Projektgruppe muss von einer volljährigen Projektbegleitung vertreten werden, die die Registrierung übernimmt.

Wie reichen wir unseren Wettbewerbsbeitrag ein?

Die Projektbegleitungen reichen die Wettbewerbsbeiträge über unser neues Registrierungsportal ein. Sie registrieren sich einmalig mit E-Mail-Adresse und Passwort. Nach dem Login lassen sich alle Kontakt- und Projektdaten anlegen und verwalten. Eine Projektbegleitung kann über ihren Zugang auch mehrere Gruppen und Projekte anmelden. Für jedes Projekt gibt es einen eigenen Bereich und Cloudordner für die Einreichung. Änderungen etwa bei den Projekttiteln oder Teilnehmerlisten sind bis zur Abgabe – spätestens am 1. Februar 2026 – möglich.

Detailliertere Informationen zur Einreichung finden sich im Bereich „Für die Projektbegleitung“.

Wer entscheidet über die Preisträger/-innen?

Die Jury besteht aus jeweils einem Vertreter oder einer Vertreterin der Wettbewerbsveranstalter
sowie weiteren Expertinnen und Experten. Die Jurymitglieder kommen aus verschiedenen Bereichen und bringen viele verschiedene Perspektiven mit.

Wie werden die Beiträge bewertet?

Alle Jurymitglieder orientieren sich bei der Bewertung an den gleichen Kriterien: Grundlage der Bewertung sind die Beschäftigung mit dem Wettbewerbsthema (“Umbruchszeiten”) und dem Schwerpunktthema (“Neue Begegnungen”).
Darüber hinaus wird die Struktur des Beitrages bewertet (konkrete Geschichte, Fragestellung, Aufbau, Ergebnis) sowie die Recherche- und Eigenleistung. Bei der Umsetzung zählen neben der Kreativität, die Qualität und der Gegenwartsbezug.
Die Jury berücksichtigt selbstverständlich die individuellen Voraussetzungen der Jugendlichen, insbesondere Alter und falls zutreffend Schulart, außerdem inhaltliche und finanzielle Unterstützung durch Dritte und nachhaltige Wirkung.

Neue Begegnungen

Themen-Inspirationen

Es gibt unendlich viele Geschichten in den Umbruchszeiten zu entdecken! Stöbert gerne durch unsere Inspirationen zum Thema “Neue Begegnungen”. Wir veröffentlichen in den nächsten Monaten weitere Beispiele und Themen, damit ihr eine erste Idee bekommt.

DGB Erholungsheim Hermann Matern Parkplatz und Schild

Ein Hotel und zwei Systeme: Das Müritz-Hotel in den Umbruchszeiten

Das Erholungsheim „Herbert Warnke“ in Klink an der Müritz war eines der bekanntesten FDGB-Ferienheime der DDR. Mehr als 2.000 Urlauberinnen ...
Zwei alte Damen gehen vor einer Wand spazieren. Darauf ist ein Garffiti gegen den § 218

Annäherung von Stiefschwestern – Der Ost-West-Frauenkongress 1990

Da sich die Rolle und das Selbstverständnis von Frauen in der sozialistischen DDR und in der Bundesrepublik Deutschland stark unterschieden ...
Eine Gruppe linker Jugendlicher vor dem Infocafé Angermünde

Baseballschlägerjahre in der Uckermark

Die Erfahrung brutaler rechter Angriffe in den 1990er-Jahren prägen eine ganze Generation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Ostdeutschland. Die ...

Format-Inspiration

Die Idee steht, das Thema ist gewählt und das Material gesichtet. Ob für einen Wettbewerbsbeitrag oder für ein Schulprojekt, häufig geht es anschließend darum, ein passendes Format für das Material zu finden.
Viele Formate haben ihren Reiz – wie wäre es mit einem Film, einem Podcast oder einer spielerischen Variante?
Wir haben hier ein paar Umsetzungsbeispiele aus dem Jugendwettbewerb zusammengestellt und erklären, warum es sich um gelungene Beispiele handelt.

Button, auf dem ein Laptop abgebildet ist. Führt zu einer näheren Erklärung der Formatinspitation.

Webseite –
Tagebuchblog

Was uns daran gefällt
Ein Blog ist recht aufwändig zu erstellen, aber ein prima Weg, um kontinuierlich an einem Projekt ...

Button, auf dem eine Ausstellung abgebildet ist. Führt zu einer näheren Erklärung der Formatinspitation.

Ausstellung –
Grenzerfahrungen

Was uns daran gefällt
Die Ausstellung ermöglicht eine künstlerische Betrachtung der Veränderungen. Durch die Kombination von Bildimpressionen und Gedanken der ...

Button mit Instagram-Logo. Führt zu einer näheren Erklärung der Formatinspiration.

Instagram – Festung Königstein

Was uns daran gefällt
Ein schönes Format, um kurze Zeitzeugen-interviews und Rechercheergebnisse spannend abzubilden. Dadurch erhält der Betrachter gleich einen ...

Button auf dem zwei miteinander spielende Menschen abgebildet sind. Führt zu einer näheren Erklärung der Formatinspiration.

Spiel – Ein
Wendespiel

Was uns daran gefällt
Als Würfelspiel und Rundreise durch das vereinigte Deutschland konzipiert, bietet das Spiel eine unterhaltsame Möglichkeit, anhand ...

Button mit Bücherstapel. Führt zu einer näheren Erklärung der Formatinspiration.

Buch – Umbruch im Saldern

Alle Informationen aus der Recherche zum Wettbewerbsthema werden in eine fiktive Geschichte übertragen. Dabei findet ein Rollenwechsel statt und die ...

Ein kleines Männchen spielt ein Video auf riesigem Bildschirm ab. Button führt zu einer näheren Erklärung der Formatinspiration.

Erklärfilm – Frau Berger und die BStU

Was uns daran gefällt:
Die Gruppe hat ein klares Konzept für ihren Erklärfilm erarbeitet und verfolgt einen roten
Faden. Die ...

Zwei kleine Männchen nehmen einen Podcast auf. Button führt zu einer näheren Erklärung der Formatinspiration.

Podcast – Rechtsextremismus

Was uns daran gefällt:
Der Podcast hat eine klare Fragestellung, auf die immer wieder Bezug genommen wird. Die beiden Schülerinnen ...

Allgemeines

Timeline
des Wettbewerbes

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