Lebenslinien – Frauen in der DDR

Lebenslinien – Frauen in der DDR

Alter: 17-18 Jahre | Format: Video | Anton-Bruckner-Gymnasium | Straubing, Bayern

Thema
War die Gleichstellung der Frau in der DDR Illusion oder Realität? Ausgehend von dieser Frage, beschäftigten sich die fünf Schülerinnen mit den Veränderungen, die die deutsche Einheit für ostdeutsche Frauen mit sich brachte. In dem Video lassen sie drei Zeitzeuginnen sprechen. Diese berichten über ihre Jugend in der DDR, die Wahrnehmung des Mauerfalls und die Auswirkungen der Teilung bis heute. Die Zeitzeuginnen berichten außerdem wie sich ihrer Meinung nach das Rollenbild der Frau in der DDR im Vergleich zur heutigen Gesellschaft verändert hat. Die Schülerinnen rahmen die Interviews mit einer historischen Einordnung, insbesondere der politischen Emanzipation der Frau in der DDR und schließen das Video mit einer Reflektion über die neu gewonnenen Erkenntnisse.

Umsetzung
Das Video ist technisch gut und künstlerisch spannend umgesetzt, da die Schülerinnen die Zeitzeuginnen vollumfänglich zu Wort kommen lassen.

Gurkenzeit

Gurkenzeit: Tagebücher von Franziska und Christian aus dem Jahr 1989

Alter: 14 Jahre | Format: Tagebuch | Mallinckrodt-Gymnasium | Dortmund, Nordrhein-Westfalen

Thema
„Wie unterschiedlich war das Leben der Jugend in der DDR und BRD zur Umbruchszeit?“ Hierfür folgen die drei Schülerinnen in ihrem Projekt im Format von Tagebuch-Einträgen der fiktiven Geschichte des 17-jährigen Christian aus Westdeutschland und der etwa gleichaltrigen ostdeutschen Protagonistin Franziska. Anhand der einzelnen Einträge beschreiben sie Situationen des Alltags – etwa Supermarkt-Einkäufe, Partys, Geburtstage, Jugendweihe und Kommunion – aber auch die Wahrnehmung politischer Ereignisse des Jahres 1989 aus der Sicht der beiden Jugendlichen. Im Nachgang des Mauerfalls, kommt es zur Begegnung der beiden Protagonisten, als sie nach einem Glas Gurken in einem Supermarkt greifen. Hieraus entwickelt sich eine romantische Brieffreundschaft zwischen beiden. Ihr „Tagebuch“ beschließen die Schülerinnen mit den Sätzen: „Alle Mauern sind überwindbar, vor allem die in unserem Herzen. Wie groß unsere Probleme auch sind, es gibt nichts, dass sich nicht mit Mut und ein paar sauren Gurken lösen lässt.“

Umsetzung
Die Schülerinnen haben ein 33-seitiges Tagebuch verfasst, in dem die beiden fiktiven Protagonisten jeweils ihre ost- bzw. westdeutsche Sicht sowohl auf den Alltag als auch die politischen Entwicklungen des Jahres 1989 darstellen. An etwa zwei Dutzend Stellen ergänzen sie mithilfe handschriftlicher Annotationen zeitgeschichtliche Fakten und ihre subjektiven Perspektiven auf das Dargestellte.

Kids of Change

Kids of Change: Schule in der Transformationszeit

Alter: 16 – 17 Jahre | Format: Spielfilm | Berufsbildungszentrum Schleswig | Schleswig, Schleswig-Holstein

Thema
Die Schulklasse geht in ihrem Projekt der Frage nach, wie sich der Alltag von Jugendlichen durch die Umbruchszeit 1989/90 verändert hat. Ihre Rechercheergebnisse halten sie in einem Spielfilm fest. Dieser handelt von einer Rostocker Schulklasse vor und nach 1989. Dabei werden verschiedene Aspekte des DDR-Alltags behandelt, etwa die Möglichkeiten des Urlaubs, die FDJ, Fahnenappelle, aber auch die Situation von unangepassten Jugendlichen, Freizeitgestaltungen, Mode und Musik. Im Jahr 1991 sitzen die Schülerinnen und Schüler wieder zusammen und reflektieren die Veränderungen, die sie in den letzten zwei Jahren durchlebt haben. So ist ihr ehemaliger Klassenlehrer nicht mehr an der Schule tätig und viele Klassenkameradeninnen und Kameraden sind mit ihren Familien in den Westen gegangen. Mit Ankunft der neuen Lehrerin werden positive Aspekte und Schwierigkeiten der deutschen Einheit besprochen. In den letzten Minuten werden O-Töne aus den Zeitzeugengesprächen eingespielt.

Umsetzung
Der knapp 20-minütige Spielfilm der Schulklasse ist mit viel Liebe zum Detail hervorragend umgesetzt. Neben dem Film hat die Klasse zusätzlich eine anschauliche PowerPoint-Präsentation erstellt, in der sie die Informationen aus den Zeitzeugeninterviews aufbereiten und zusammenfassend vergleichen.

Jungsein in der geteilten Stadt Berlin

Jungsein in der geteilten Stadt Berlin

Alter: 13-15 Jahre | Format: Video | Gymnasium Altenholz | Altenholz, Schleswig-Holstein

Thema
Die zwei Geschwister aus Altenholz haben einen Dokumentationsfilm erstellt und sind dafür eigens nach Berlin gereist. An historisch bedeutsamen Orten fassen die Schüler/-innen die historischen Hintergründe der deutschen Teilung und der Friedlichen Revolution zusammen. Danach berichtet eine Zeitzeugin von ihrer Jugend im DDR-Grenzgebiet sowie der persönlichen Bedeutung des Mauerfalls für Sie. Sie erzählt von Veränderungen im Schulalltag und der Unsicherheit der Zukunftsaussichten für Jugendliche während der Transformationszeit. Zum Schluss resümiert die Schülerin: „Jungsein in Umbruchzeiten bleibt schwer“. Man habe zwar viele neue Perspektiven und Chancen gehabt, aber auch eine große Unsicherheit und Angst vor dem Scheitern.

Umsetzung
Das eingereichte Video ist mit großem Aufwand produziert technisch gut umgesetzt worden. Die Aufnahmen entstanden an verschiedenen Orten in Berlin und werden durch historische Aufnahmen, Bilder und Musik ergänzt.

Krasse Demokratieerfahrung wagen

Krasse Demokratieerfahrung wagen – Jugend schafft Perspektive, Jugend braucht Partizipation

Alter: 19 Jahre | Format: Video | Evangelisches Gymnasium Nordhorn | Nordhorn, Niedersachsen

Thema
Weshalb werden wichtige politische Debatten ohne eine ernstzunehmende Partizipation der Jugend geführt und wieso wehrt sich die junge Generation nicht lautstark dagegen? In der Jugendgeneration der Umbruchszeiten um 1989/90 sahen die Jugendlichen aus Nordhorn eine interessante Vergleichsgruppe für diese Frage, da diese Generation ebenfalls in einer Umbruchs- und Krisenzeit aufwuchs. In Gesprächen befragten sie Mitschülerinnen und Mitschüler und Zeitzeugen gleichermaßen zu den empfundenen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven 1989/90 und heute und erörterten so im Vergleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Deutliche Unterschiede stellten sie im Partizipationsverständnis der beiden Jugendgenerationen fest.

Umsetzung
Produziert wurde ein 20-minütiger Film, der Zusammenschnitte und Passagen der Interviews zeigt.

Zwischen Trabbi und Käfer

Zwischen Trabbi und Käfer

Alter: 17 – 18 Jahre | Format: Theaterstück, Instagram-Account | Internatsschule Schloss Hansenberg | Geisenheim, Hessen

Thema
Mittels eines Theaterstücks wird das Leben des jungen Steffen Hoffmann, einem ehemaligen DDR-Bürger, aufgearbeitet. 23 Jahre nach seinem Abschluss wird er zu einem Klassentreffen seines Jahrgangs eingeladen. Dort begegnet er vier ehemaligen Klassenkameraden und Klassenkameradinnen, die die Umbruchszeit als junge Bürgerinnen und Bürger miterlebten: Als Punk-Band-Mitglied, als Jugendoppositionelle sowie als Leistungssportler, der Opfer von Zwangsdoping wurde. Auch der ehemaligen FDJ-Gruppenleiterin begegnet der Protagonist wieder. Die Schüler/-innen zeigen mit ihrem  Theaterstück, wie wichtig es ist, sich mit Biografien und individuellen Schicksalen auseinanderzusetzen.

Umsetzung
Die thematische Ausgestaltung erfolgte in Form eines Theaterstücks in Skriptform. Begleitend dazu wurde ein Instagram-Account eingerichtet.

Umbruchszeiten- eine begehbare Erzählung

Umbruchszeiten – eine begehbare Erzählung

Alter: 15 – 16 Jahre | Format: PC-Spiel | Manfred-von-Ardenne-Gymnasium | Berlin

Thema
Auf Basis vieler kleiner biografischer Kurzgeschichten entwickelten die Schülerinnen und Schüler eine virtuell „begehbare Erzählung“ in Form eines PC-Spiels. Der Fokus liegt auf der Perspektive eines jungen DDR-Bürgers Kevin, der Protagonist des Spiels ist und dessen Lebensweg von den Spielenden eigens gesteuert werden kann. Es können verschiedene Lebens- und Alltagssituationen des Protagonisten vom Sommer 1988 bis zum Sommer 1992, wie beispielsweise der Schulalltag in der DDR, seine Musterung für die Armee oder sein Beitritt zur FDJ spielerisch erlebt werden. Gleichzeitig transportiert das Spiel die politische Stimmung kurz vor der Friedlichen Revolution, wie die Friedensdemonstrationen 1989, die berufliche Unsicherheit der Eltern durch Betriebsschließungen und die sich wandelnde politische Erziehung in der Schule. Die Schülerinnen und Schüler geben so eine interessante und anregende Möglichkeit, das Leben in der DDR auf eine virtuelle und interaktive Art zu erfahren.

Umsetzung
Durch die Entwicklung eines PC-Spiels wird die Geschichte des jungen DDR-Bürgers virtuell begehbar gemacht. Das Spiel profitiert von detailreichen Dialogen und eigens komponierter Musik, die den Orten und Zeiten abgepasst ist.

Spiel, Satz und Wende!

Spiel, Satz und Wende! – Eine interaktive Kurzgeschichte über ostdeutsche Handball-Nachwuchssportler während der Wendezeit

Alter: 15 – 19 Jahre | Format: Text, Web-Applikation | Neues Gymnasium Leibniz | Stuttgart, Baden-Württemberg

Thema
Die drei Schwestern gehen in ihrem Projekt der Frage nach, welchen Einfluss die Wiedervereinigung auf junge, ostdeutsche Nachwuchssportlerinnen und Sportler hatte und wie das Erbe des DDR-Sportsystems auch heute noch die deutsche Sportlandschaft beeinflusst. Kern der Arbeit bildet eine 23-seitige interaktive Kurzgeschichte, die die Biografien von fünf Protagonistinnen im DDR-Sportsystem bis in die späten 2000er-jahre der vereinten Bundesrepublik skizziert und dessen Ausgang vom Leser mitbestimmt werden kann. An verschiedenen Wendepunkten kann der Leser selber entscheiden, wie die Teilgeschichte der jeweiligen Protagonistin weiterverläuft. So stellen einzelne Protagonistinnen Ausreiseanträge, fliehen, scheiden verletzungsbedingt aus dem Sport aus oder erlangen sogar Anfang der 1990er-Jahre einen WM-Titel mit der gesamtdeutschen Handball-Nationalmannschaft. Im Fazit zeigen die Schülerinnen zu Vor- und Nachteile des DDR-Sportsystems auf sowie dessen Integration in einer demokratischen Förderlandschaft.

Umsetzung
Die Schülerinnen haben eine interaktive Kurzgeschichte verfasst. Darüber hinaus wurde eine Web-App gestaltet, die den Inhalt der Kurzgeschichte in gekürzter Form präsentiert und eine aktive Auseinandersetzung seitens der Anwendenden erfordert.

Einkaufen mit Papa

Einkaufen mit Papa. Konsum im geteilten Deutschland.

Alter: 17 Jahre | Format: Comic | Gymnasium Burgstädt | Burgstädt, Sachsen

Thema
„Wir hatten ja nichts“, „Früher war alles besser“ und „Irgendwann brauchen wir das“. Diesen Aussagen begegneten zwei Schülerinnen immer wieder. Ausgangspunkt ihrer Recherchen zum Thema „Konsum in der DDR und nach dem Mauerfall“ waren Gespräche mit Familienmitgliedern, die in der DDR gelebt haben. Ihre Ergebnisse verarbeiteten sie in einem dreiteiligen Comic, der einen Supermarktbesuch von Vater und Kind visualisiert. Den beiden Schülerinnen gelingt ein historischer Rückblick in die schwierige Versorgungslage nach dem Zweiten Weltkrieg bis in die 1950er-Jahre. Mit dem Fall der Mauer schwanden auch die alltäglichen Herausforderungen beim Einkaufen. Die Vervielfältigung des Warenangebots, die den Protagonisten zunächst überfordert, führte jedoch auch zu einer Verdrängung ostdeutscher Produkte in den Supermarktregalen sowie zu Preissteigerungen. Die Brücke zu Heute schlagen die Schülerinnen mit der Frage, inwiefern sich einige Einkaufspraktiken, wie der Vorratskauf, aus der DDR bis heute gehalten haben. Dadurch machen die Schülerinnen auf den Mentalitätswandel zwischen der jüngeren und älteren Generation aufmerksam.

Umsetzung
Die Ergebnisse ihrer Recherchen setzen die beiden Schülerinnen in einem händisch gezeichneten, dreiteiligen Comic um, das insbesondere jüngere Zielgruppen zu einer Auseinandersetzung mit der Thematik „Konsum im geteilten Deutschland“ einlädt.

Wendezeit – Zwischen Einheitstrubel und Erwachsenwerden

Wendezeit – Zwischen Einheitstrubel und Erwachsenwerden

Alter: 17 Jahre | Format: Podcast | Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium | Prenzlau, Brandenburg

Thema
Die zwei Schülerinnen wollten herausfinden, wie sich der Fall der Mauer und die Zeit unmittelbar danach im ländlichen Raum, insbesondere für die sogenannte Wendejugend der Uckermark gestaltete. Sie befragen Zeitzeugen zu ihrer Jugend in der Umbruchszeit und zu den Herausforderungen damals. Der Podcast geht kurz auf die Jugend in der DDR und die staatlichen Jugendorganisationen ein, um dann die Folgen des Wegfalls all dieser Strukturen zu thematisieren. Die Jugendlichen besprechen in ihrem Podcast auch die Herausforderung, dass die damalige Elterngeneration zunächst mit sich selbst beschäftigt und orientierungslos gewesen sei. Abschließend reflektieren die Schülerinnen ihre heutigen Freiheiten, wie „Reisen, Meinung und Freizeitgestaltung“ und die Möglichkeit, die individuelle Persönlichkeit herausbilden zu können.

Umsetzung
Die Schülerinnen haben einen 16-minütigen Podcast erstellt. Der Podcast ist einwandfrei eingesprochen und geschnitten. Zwischen den Ausschnitten aus dem Zeitzeugengespräch geben die beiden Schülerinnen Hintergrundinformationen und ordnen Aussagen der Zeitzeugin und des Zeitzeugen ein.