Gurkenzeit

Gurkenzeit: Tagebücher von Franziska und Christian aus dem Jahr 1989

Alter: 14 Jahre | Format: Tagebuch | Mallinckrodt-Gymnasium | Dortmund, Nordrhein-Westfalen

Thema
„Wie unterschiedlich war das Leben der Jugend in der DDR und BRD zur Umbruchszeit?“ Hierfür folgen die drei Schülerinnen in ihrem Projekt im Format von Tagebuch-Einträgen der fiktiven Geschichte des 17-jährigen Christian aus Westdeutschland und der etwa gleichaltrigen ostdeutschen Protagonistin Franziska. Anhand der einzelnen Einträge beschreiben sie Situationen des Alltags – etwa Supermarkt-Einkäufe, Partys, Geburtstage, Jugendweihe und Kommunion – aber auch die Wahrnehmung politischer Ereignisse des Jahres 1989 aus der Sicht der beiden Jugendlichen. Im Nachgang des Mauerfalls, kommt es zur Begegnung der beiden Protagonisten, als sie nach einem Glas Gurken in einem Supermarkt greifen. Hieraus entwickelt sich eine romantische Brieffreundschaft zwischen beiden. Ihr „Tagebuch“ beschließen die Schülerinnen mit den Sätzen: „Alle Mauern sind überwindbar, vor allem die in unserem Herzen. Wie groß unsere Probleme auch sind, es gibt nichts, dass sich nicht mit Mut und ein paar sauren Gurken lösen lässt.“

Umsetzung
Die Schülerinnen haben ein 33-seitiges Tagebuch verfasst, in dem die beiden fiktiven Protagonisten jeweils ihre ost- bzw. westdeutsche Sicht sowohl auf den Alltag als auch die politischen Entwicklungen des Jahres 1989 darstellen. An etwa zwei Dutzend Stellen ergänzen sie mithilfe handschriftlicher Annotationen zeitgeschichtliche Fakten und ihre subjektiven Perspektiven auf das Dargestellte.

Hüben und drüben

Hüben und drüben: Wie Jugendliche den Mauerfall erlebt haben

Alter: 16 Jahre | Format: Video | Schiller-Gymnasium Hof | Hof, Bayern

Thema
Die beiden Schüler gehen in ihrem Projekt der Frage nach, was Jugendliche beim Mauerfall erlebt haben, wie ihr Alltag im geteilten Deutschland aussah und was sich durch die Grenzöffnung für ihr weiteres Leben verändert hat. Sie befragen vier Zeitzeuginnen, die zum Zeitpunkt des Mauerfalls Jugendliche waren und in der Nähe der oberfränkischen Grenze auf Ost- sowie Westseite lebten. Sie ordnen die Zeitzeugenausschnitte immer wieder historisch ein und unterlegen diese mit zeitgenössischen Fotos. Die Ausschnitte der Zeitzeugeninterviews behandeln sehr konkrete und anschauliche Geschichten. Am Ende ihres Filmes stellen sie auch einen kurzen Bezug zur Gegenwart her, denn bei den Zeitzeuginnen handelt es sich entweder um Lehrerinnen oder Mütter aus ihrer Klasse. So stellen sie abschließend fest: „Ohne sie wären wir nicht, wo wir heute sind“.

Umsetzung
Es ist ein sehr professionelles Video entstanden, in dem historisches Bildmaterial, Musik, Voiceover und Interviewsequenzen gekonnt miteinander verknüpft werden.

„Die da drüben“

„Die da drüben“

Alter: 15-16 Jahre | Format: Video | Johannes-Kepler-Gymnasium | Reutlingen, Baden-Württemberg

Thema
Eine Zeitreise durch die 1980er- bzw. 1990er Jahre, verbunden mit der Frage, wie sich der Mauerfall auf das Leben der jungen Menschen auswirkte. Die Jugendlichen schlüpfen in die Rolle der von ihnen befragten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und geben so Einblicke in individuelle Biografien und die Erfahrungen mit Krisen und Umbrüchen. Wie hat sich die deutsche Einheit auf den Leistungssport ausgewirkt? Und auf die Berufsentscheidung? Und wie änderte sich das Leben generell?
Die Jugendlichen zeigen so durch Witz und Leichtigkeit, dass man auch mit Spaß und Freude von der Vergangenheit lernen kann.

Umsetzung
Bei dem Projektbeitrag handelt es sich um ein 20-minütiges Video, das eine Zeitreise in die 1980er- bzw. 1990er-Jahre darstellt. Im Film versetzen sich heutige Jugendliche in Zeitzeugen hinein. Zwischendurch werden Tonaufnahmen aus den Zeitzeugengesprächen eingeblendet.

 

Eine Reise ohne Grenzen

Eine Reise ohne Grenzen

Alter: 16 – 17 Jahre | Format: Kunst (Plastik) | Marie-Curie-Gymnasium | Bad Berka, Thüringen

Thema
Grenzenloses Reisen. Was heute zu unseren normalen Freiheiten gehört, war in der DDR nicht selbstverständlich. Welche Bedeutung hatte Reisen bis 1989 und danach? Dieser Frage gehen die Schülerinnen und Schüler nach und wollen sie mit ihrer Plastik beantworten. Das Kunstwerk bildet das Brandenburger Tor als Symbol der Teilung ab und zeigt die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten in Ost- und West-Berlin in Bezug auf das Thema Reisen und Reisebeschränkungen. Grundlage ihrer Ergebnisse sind Gespräche mit ihren Eltern, die in der DDR aufwuchsen. Auch die Schülerinnen und Schüler selber machen in ihrem Projekt auf empfundene und bestehende Unterschiede in ihrer jugendlichen Lebenswelt zwischen Ost und West aufmerksam.

Umsetzung
Die Schülerinnen und Schüler entwarfen und gestalteten ein kreatives Kunstwerk aus unterschiedlichen Materialien.

Vereint trotz Unterschiedlichkeit

Vereint trotz Unterschiedlichkeit

Alter: 16 – 17 Jahre | Format: Kunst (Plastik) | Marie-Curie-Gymnasium | Bad Berka, Thüringen

Thema
In ihrem Projektbeitrag gehen die Schülerinnen der Frage nach, ob sie als Generation Z immer noch Unterschiede zwischen Ost und West verspüren. Die Gruppe verarbeitete ihre Überlegungen künstlerisch, indem sie zwei Hände aus Gips modellierten, symbolisch für die Frage stehend „Wie vereint ist Deutschland heute?“. Entstanden ist eine anregende 3D-Collage zweier Hände – jeweils für Ost und West stehend – bestückt mit Bildern und Zitaten aus Gesprächen mit Menschen, die das getrennte sowie wiedervereinte Deutschland erlebten. Mit ihrer Plastik wollen sie das Gefühl von Einheit, das sie heute verspüren, greifbar machen. Sie stellen fest: Es gibt Unterschiede zwischen Ost und West, die Einheit aber sei stärker.

Umsetzung
Kreativ sehr gut umgesetzt, haben die Schülerinnen und Schüler eine Plastik gestaltet, in der sie Fotos und Zitate aus den Zeitzeugengesprächen mit einfließen lassen.

Umbruchszeiten- eine begehbare Erzählung

Umbruchszeiten – eine begehbare Erzählung

Alter: 15 – 16 Jahre | Format: PC-Spiel | Manfred-von-Ardenne-Gymnasium | Berlin

Thema
Auf Basis vieler kleiner biografischer Kurzgeschichten entwickelten die Schülerinnen und Schüler eine virtuell „begehbare Erzählung“ in Form eines PC-Spiels. Der Fokus liegt auf der Perspektive eines jungen DDR-Bürgers Kevin, der Protagonist des Spiels ist und dessen Lebensweg von den Spielenden eigens gesteuert werden kann. Es können verschiedene Lebens- und Alltagssituationen des Protagonisten vom Sommer 1988 bis zum Sommer 1992, wie beispielsweise der Schulalltag in der DDR, seine Musterung für die Armee oder sein Beitritt zur FDJ spielerisch erlebt werden. Gleichzeitig transportiert das Spiel die politische Stimmung kurz vor der Friedlichen Revolution, wie die Friedensdemonstrationen 1989, die berufliche Unsicherheit der Eltern durch Betriebsschließungen und die sich wandelnde politische Erziehung in der Schule. Die Schülerinnen und Schüler geben so eine interessante und anregende Möglichkeit, das Leben in der DDR auf eine virtuelle und interaktive Art zu erfahren.

Umsetzung
Durch die Entwicklung eines PC-Spiels wird die Geschichte des jungen DDR-Bürgers virtuell begehbar gemacht. Das Spiel profitiert von detailreichen Dialogen und eigens komponierter Musik, die den Orten und Zeiten abgepasst ist.

POW – Point of Wende

POW – Point of Wende

Alter: 15 – 17 Jahre | Format: Video | Marie-Therese-Gymnasium Erlangen | Erlangen, Bayern

Thema
Jungsein in beiden deutschen Staaten, die Veränderungen für junge Menschen mit und nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung sowie die Auswirkungen dieser Ereignisse – diese Themen bearbeiteten Schülerinnen und Schüler aus Erlangen in ihrem Beitrag. In dem Video auf ihrer Website lassen die Zeitzeugen, die in der Bundesrepublik, in der ehemaligen DDR und in Rumänien aufwuchsen, sprechen und ihre Erfahrungen teilen. Schwerpunkt des Films ist der Bericht über das persönliche Erleben des Mauerfalls sowie die Veränderungen, die darauf folgten: die neuen Perspektiven und Möglichkeiten nach der Schule aber auch die Unsicherheit, die der Umbruch mit sich brachte.

Umsetzung
Die Schüler und Schülerinnen haben eine Website erstellt, die das produzierte Video und weitere Informationen zum Entstehungsprozess beinhaltet. Die Website ist sehr professionell programmiert und ansprechend gestaltet. Die Einspieler, die von den Jugendlichen eingesprochen und produziert wurden, sind kreativ umgesetzt worden.

Fürs Leben gelernt?

Fürs Leben gelernt? Schulalltag in der DDR kurz vor der Wende

Alter: 16 – 17 Jahre / Format: Website mit Video / Gymnasium Michelstadt / Michelstadt, Hessen

Thema
Die drei Schüler beschäftigen sich auf ihrer Website und in ihrem Video mit dem Schulsystem der DDR und dessen Wandel. Sie fragen, wie sich der Schulalltag gestaltete und wie damalige Jugendliche durch ihre Schulzeit geprägt wurden. Ein Schwerpunkt des Projektes liegt auf der DDR, aber sie gehen auch auf die Zeit der deutschen Einheit und auf die Gegenwart ein. Dafür befragen sie mehrere Zeitzeugen zu ihrem Schulalltag in der DDR sowie zu ihrem Freizeitverhalten. Darüber hinaus geht es auch um den Einfluss der Stasi auf das Leben der Jugendlichen. Die Aussagen der Zeitzeugen werden immer wieder durch historische Hintergründe und Begriffserklärungen ergänzt. Am Ende vergleichen sie die Schulsysteme von damals und heute.

Umsetzung
Die drei Schüler haben eine technisch sehr ausgefeilte Website mit dem Titel „breakingtimes“ erstellt. Hauptbestandteil der Website ist ein Video, das die Zeitzeugenbefragungen mit historischen Hintergründen verknüpft. Um weitere historische Einordnungen und Erläuterungen geben zu können, haben die Jugendlichen auf der Website zusätzliche Informationen, beispielsweise zu den Zeitzeugen oder historischen Hintergründen, bereitgestellt.

Im Vergleich – Zeitzeugen berichten

Im Vergleich – Zeitzeugen berichten über ihr Leben in der DDR und BRD

Alter: 13 Jahre | Format: Text | Harkenberg Gesamtschule | Hörstel, Nordrhein-Westfalen

Thema
Die beiden Schülerinnen haben sich in ihrem Projekt vor allem mit den Erfahrungen von Jugendlichen in der DDR und der Bundesrepublik beschäftigt. Hierfür haben sie sechs Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus Ost- sowie aus Westdeutschland interviewt. Sie fragen nach dem Alltag im jeweiligen Staat, der Wahrnehmung des jeweils anderen Deutschlands, dem Erleben des Mauerfalls, des Tages der Deutschen Einheit und des ersten Besuchs in Ost- bzw. Westdeutschland. Am Ende jeden Abschnitts ziehen die beiden Schülerinnen stets ein kurzes Fazit, in dem sie die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfassen. So schreiben sie etwa: „Das Leben in den beiden Staaten war sehr unterschiedlich. Während in der DDR alles geregelt und vorbestimmt wurde, stand man in der Bundesrepublik auf eigenen Beinen und konnte sich individuell entwickeln. Beide Seiten hatten ihre positiven und negativen Seiten.“

Umsetzung
Die Schülerinnen haben eine 20-seitige Projektarbeit, mit gut 30 Seiten Anhang erstellt. Die Arbeit ist gut strukturiert und lässt viel Raum für die Ergebnisse der Zeitzeugeninterviews. Die Interviewtranskripte der jeweiligen Zeitzeugen erhalten durch unterschiedliche Schriftarten einen Wiedererkennungswert.