Hüben und drüben

Hüben und drüben: Wie Jugendliche den Mauerfall erlebt haben

Alter: 16 Jahre | Format: Video | Schiller-Gymnasium Hof | Hof, Bayern

Thema
Die beiden Schüler gehen in ihrem Projekt der Frage nach, was Jugendliche beim Mauerfall erlebt haben, wie ihr Alltag im geteilten Deutschland aussah und was sich durch die Grenzöffnung für ihr weiteres Leben verändert hat. Sie befragen vier Zeitzeuginnen, die zum Zeitpunkt des Mauerfalls Jugendliche waren und in der Nähe der oberfränkischen Grenze auf Ost- sowie Westseite lebten. Sie ordnen die Zeitzeugenausschnitte immer wieder historisch ein und unterlegen diese mit zeitgenössischen Fotos. Die Ausschnitte der Zeitzeugeninterviews behandeln sehr konkrete und anschauliche Geschichten. Am Ende ihres Filmes stellen sie auch einen kurzen Bezug zur Gegenwart her, denn bei den Zeitzeuginnen handelt es sich entweder um Lehrerinnen oder Mütter aus ihrer Klasse. So stellen sie abschließend fest: „Ohne sie wären wir nicht, wo wir heute sind“.

Umsetzung
Es ist ein sehr professionelles Video entstanden, in dem historisches Bildmaterial, Musik, Voiceover und Interviewsequenzen gekonnt miteinander verknüpft werden.

Jungsein in der geteilten Stadt Berlin

Jungsein in der geteilten Stadt Berlin

Alter: 13-15 Jahre | Format: Video | Gymnasium Altenholz | Altenholz, Schleswig-Holstein

Thema
Die zwei Geschwister aus Altenholz haben einen Dokumentationsfilm erstellt und sind dafür eigens nach Berlin gereist. An historisch bedeutsamen Orten fassen die Schüler/-innen die historischen Hintergründe der deutschen Teilung und der Friedlichen Revolution zusammen. Danach berichtet eine Zeitzeugin von ihrer Jugend im DDR-Grenzgebiet sowie der persönlichen Bedeutung des Mauerfalls für Sie. Sie erzählt von Veränderungen im Schulalltag und der Unsicherheit der Zukunftsaussichten für Jugendliche während der Transformationszeit. Zum Schluss resümiert die Schülerin: „Jungsein in Umbruchzeiten bleibt schwer“. Man habe zwar viele neue Perspektiven und Chancen gehabt, aber auch eine große Unsicherheit und Angst vor dem Scheitern.

Umsetzung
Das eingereichte Video ist mit großem Aufwand produziert technisch gut umgesetzt worden. Die Aufnahmen entstanden an verschiedenen Orten in Berlin und werden durch historische Aufnahmen, Bilder und Musik ergänzt.

Die Lumiche

Die Lumiche

Alter: 16-18 Jahre | Format: Website | Berufliches Gymnasium Falkenberg | Falkenberg/Elster, Brandenburg

Thema
Die Gruppe hat eine Website zum Thema Jugendkulturen erstellt und präsentiert dort vielfältige Projekte. Einerseits befinden sich auf der Website zahlreiche Transkripte und Zusammenfassungen von Zeitzeugeninterviews. Andererseits haben die Jugendlichen aber auch kreative Projekte auf der Basis dieser Gespräche erstellt. So ist beispielsweise ein Comic entstanden, dessen Text in Gedichtform verfasst wurde. Weiterhin haben sie verschiedene Kurzvideos und einen Podcast produziert. Insgesamt präsentieren die fünf Schüler/-innen ein buntes Potpourri an unterschiedlichen Formaten zum Thema Jugendkulturen.

Umsetzung
Die Gruppe hat eine sehr einladend gestaltete Website erstellt, in die viel Arbeit gesteckt wurde. Unter dem Thema „Jugendkulturen“ finden sich auf der Website spannende Transkripte von Zeitzeugeninterviews, ein Comic, Kurzvideos und ein Podcast.

(UN)ERHÖRT

Die Äußerung des individuellen Freiheitsverständnisses junger Musiker*innen nach dem Mauerfall in gesungenen Liedtexten

Alter: 16 Jahre | Format: Magazin | Gymnasium Bürgerwiese Dresden | Dresden, Sachsen

Thema
Die Musik als Sprache der Freiheit, damals wie auch heute: Die Jugendlichen gehen in ihrem Magazin der Frage nach, wie sich das Freiheitsverständnis junger Musiker und Musikerinnen in ihren Liedtexten nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung widerspiegelte. Werden die Umbruchserfahrungen in den Songtexten sichtbar? Dabei gehen sie sowohl auf die westliche- als auch auf die östliche Perspektive ein und analysieren vier bekannte Liedtexte, die nach dem Ende der DDR gesungen, wiederentdeckt oder neu geschrieben wurden. Infolgedessen stellen die Gruppe Mentalitätsunterschiede zwischen ost- und westdeutschen Musiker und Musikerinnen fest.

Umsetzung
Die Jugendlichen haben ein 28-seitiges Magazin gestaltet, welches den Titel „(UN)ERHÖRT“ trägt.

„Die da drüben“

„Die da drüben“

Alter: 15-16 Jahre | Format: Video | Johannes-Kepler-Gymnasium | Reutlingen, Baden-Württemberg

Thema
Eine Zeitreise durch die 1980er- bzw. 1990er Jahre, verbunden mit der Frage, wie sich der Mauerfall auf das Leben der jungen Menschen auswirkte. Die Jugendlichen schlüpfen in die Rolle der von ihnen befragten Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und geben so Einblicke in individuelle Biografien und die Erfahrungen mit Krisen und Umbrüchen. Wie hat sich die deutsche Einheit auf den Leistungssport ausgewirkt? Und auf die Berufsentscheidung? Und wie änderte sich das Leben generell?
Die Jugendlichen zeigen so durch Witz und Leichtigkeit, dass man auch mit Spaß und Freude von der Vergangenheit lernen kann.

Umsetzung
Bei dem Projektbeitrag handelt es sich um ein 20-minütiges Video, das eine Zeitreise in die 1980er- bzw. 1990er-Jahre darstellt. Im Film versetzen sich heutige Jugendliche in Zeitzeugen hinein. Zwischendurch werden Tonaufnahmen aus den Zeitzeugengesprächen eingeblendet.

 

Krasse Demokratieerfahrung wagen

Krasse Demokratieerfahrung wagen – Jugend schafft Perspektive, Jugend braucht Partizipation

Alter: 19 Jahre | Format: Video | Evangelisches Gymnasium Nordhorn | Nordhorn, Niedersachsen

Thema
Weshalb werden wichtige politische Debatten ohne eine ernstzunehmende Partizipation der Jugend geführt und wieso wehrt sich die junge Generation nicht lautstark dagegen? In der Jugendgeneration der Umbruchszeiten um 1989/90 sahen die Jugendlichen aus Nordhorn eine interessante Vergleichsgruppe für diese Frage, da diese Generation ebenfalls in einer Umbruchs- und Krisenzeit aufwuchs. In Gesprächen befragten sie Mitschülerinnen und Mitschüler und Zeitzeugen gleichermaßen zu den empfundenen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven 1989/90 und heute und erörterten so im Vergleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Deutliche Unterschiede stellten sie im Partizipationsverständnis der beiden Jugendgenerationen fest.

Umsetzung
Produziert wurde ein 20-minütiger Film, der Zusammenschnitte und Passagen der Interviews zeigt.

Zwischen Trabbi und Käfer

Zwischen Trabbi und Käfer

Alter: 17 – 18 Jahre | Format: Theaterstück, Instagram-Account | Internatsschule Schloss Hansenberg | Geisenheim, Hessen

Thema
Mittels eines Theaterstücks wird das Leben des jungen Steffen Hoffmann, einem ehemaligen DDR-Bürger, aufgearbeitet. 23 Jahre nach seinem Abschluss wird er zu einem Klassentreffen seines Jahrgangs eingeladen. Dort begegnet er vier ehemaligen Klassenkameraden und Klassenkameradinnen, die die Umbruchszeit als junge Bürgerinnen und Bürger miterlebten: Als Punk-Band-Mitglied, als Jugendoppositionelle sowie als Leistungssportler, der Opfer von Zwangsdoping wurde. Auch der ehemaligen FDJ-Gruppenleiterin begegnet der Protagonist wieder. Die Schüler/-innen zeigen mit ihrem  Theaterstück, wie wichtig es ist, sich mit Biografien und individuellen Schicksalen auseinanderzusetzen.

Umsetzung
Die thematische Ausgestaltung erfolgte in Form eines Theaterstücks in Skriptform. Begleitend dazu wurde ein Instagram-Account eingerichtet.

Umbruchszeiten- eine begehbare Erzählung

Umbruchszeiten – eine begehbare Erzählung

Alter: 15 – 16 Jahre | Format: PC-Spiel | Manfred-von-Ardenne-Gymnasium | Berlin

Thema
Auf Basis vieler kleiner biografischer Kurzgeschichten entwickelten die Schülerinnen und Schüler eine virtuell „begehbare Erzählung“ in Form eines PC-Spiels. Der Fokus liegt auf der Perspektive eines jungen DDR-Bürgers Kevin, der Protagonist des Spiels ist und dessen Lebensweg von den Spielenden eigens gesteuert werden kann. Es können verschiedene Lebens- und Alltagssituationen des Protagonisten vom Sommer 1988 bis zum Sommer 1992, wie beispielsweise der Schulalltag in der DDR, seine Musterung für die Armee oder sein Beitritt zur FDJ spielerisch erlebt werden. Gleichzeitig transportiert das Spiel die politische Stimmung kurz vor der Friedlichen Revolution, wie die Friedensdemonstrationen 1989, die berufliche Unsicherheit der Eltern durch Betriebsschließungen und die sich wandelnde politische Erziehung in der Schule. Die Schülerinnen und Schüler geben so eine interessante und anregende Möglichkeit, das Leben in der DDR auf eine virtuelle und interaktive Art zu erfahren.

Umsetzung
Durch die Entwicklung eines PC-Spiels wird die Geschichte des jungen DDR-Bürgers virtuell begehbar gemacht. Das Spiel profitiert von detailreichen Dialogen und eigens komponierter Musik, die den Orten und Zeiten abgepasst ist.

Spiel, Satz und Wende!

Spiel, Satz und Wende! – Eine interaktive Kurzgeschichte über ostdeutsche Handball-Nachwuchssportler während der Wendezeit

Alter: 15 – 19 Jahre | Format: Text, Web-Applikation | Neues Gymnasium Leibniz | Stuttgart, Baden-Württemberg

Thema
Die drei Schwestern gehen in ihrem Projekt der Frage nach, welchen Einfluss die Wiedervereinigung auf junge, ostdeutsche Nachwuchssportlerinnen und Sportler hatte und wie das Erbe des DDR-Sportsystems auch heute noch die deutsche Sportlandschaft beeinflusst. Kern der Arbeit bildet eine 23-seitige interaktive Kurzgeschichte, die die Biografien von fünf Protagonistinnen im DDR-Sportsystem bis in die späten 2000er-jahre der vereinten Bundesrepublik skizziert und dessen Ausgang vom Leser mitbestimmt werden kann. An verschiedenen Wendepunkten kann der Leser selber entscheiden, wie die Teilgeschichte der jeweiligen Protagonistin weiterverläuft. So stellen einzelne Protagonistinnen Ausreiseanträge, fliehen, scheiden verletzungsbedingt aus dem Sport aus oder erlangen sogar Anfang der 1990er-Jahre einen WM-Titel mit der gesamtdeutschen Handball-Nationalmannschaft. Im Fazit zeigen die Schülerinnen zu Vor- und Nachteile des DDR-Sportsystems auf sowie dessen Integration in einer demokratischen Förderlandschaft.

Umsetzung
Die Schülerinnen haben eine interaktive Kurzgeschichte verfasst. Darüber hinaus wurde eine Web-App gestaltet, die den Inhalt der Kurzgeschichte in gekürzter Form präsentiert und eine aktive Auseinandersetzung seitens der Anwendenden erfordert.

Wendezeit – Zwischen Einheitstrubel und Erwachsenwerden

Wendezeit – Zwischen Einheitstrubel und Erwachsenwerden

Alter: 17 Jahre | Format: Podcast | Christa-und-Peter-Scherpf-Gymnasium | Prenzlau, Brandenburg

Thema
Die zwei Schülerinnen wollten herausfinden, wie sich der Fall der Mauer und die Zeit unmittelbar danach im ländlichen Raum, insbesondere für die sogenannte Wendejugend der Uckermark gestaltete. Sie befragen Zeitzeugen zu ihrer Jugend in der Umbruchszeit und zu den Herausforderungen damals. Der Podcast geht kurz auf die Jugend in der DDR und die staatlichen Jugendorganisationen ein, um dann die Folgen des Wegfalls all dieser Strukturen zu thematisieren. Die Jugendlichen besprechen in ihrem Podcast auch die Herausforderung, dass die damalige Elterngeneration zunächst mit sich selbst beschäftigt und orientierungslos gewesen sei. Abschließend reflektieren die Schülerinnen ihre heutigen Freiheiten, wie „Reisen, Meinung und Freizeitgestaltung“ und die Möglichkeit, die individuelle Persönlichkeit herausbilden zu können.

Umsetzung
Die Schülerinnen haben einen 16-minütigen Podcast erstellt. Der Podcast ist einwandfrei eingesprochen und geschnitten. Zwischen den Ausschnitten aus dem Zeitzeugengespräch geben die beiden Schülerinnen Hintergrundinformationen und ordnen Aussagen der Zeitzeugin und des Zeitzeugen ein.