Umbruchszeiten.
Deutschland im Wandel
seit der Einheit

Der Jugendwettbewerb

Der Wettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ rief Jugendliche dazu auf, sich mit der Umbruchs- und Transformationsphase in Deutschland seit 1989/90 zu beschäftigen. Dabei standen einzelne Geschichten – über Menschen und Orte – im Mittelpunkt. Insgesamt haben sich fast 1.300 Jugendliche im Rahmen des Wettbewerbs mit der jüngsten Vergangenheit auseinandergesetzt. Damit haben sie einen wichtigen Beitrag zur inneren Einheit Deutschlands geleistet.

Das Thema

Umbruchszeiten seit 1989 im Fokus
Rund 30 Jahre ist es her, dass die Friedliche Revolution und der demokratische Aufbruch in der DDR die deutsche Einheit ermöglichten. Viele kennen die Fotos der großen Demonstrationen von 1989 und des Mauerfalls. Aber was passierte eigentlich in der Zeit danach?
Zwei ganz unterschiedliche Länder mussten zusammenwachsen. In Ostdeutschland wurde nach Ende des Sozialismus und der Planwirtschaft ein neues politisches, wirtschaftliches und soziales System nach bundesrepublikanischem Vorbild eingeführt. Diese Veränderungen betrafen nicht nur die Politik, sondern hatten tiefgehende Auswirkungen auf das Leben einzelner Menschen.

Für viele Ostdeutsche änderte sich in dieser Umbruchszeit ihre gesamte Lebens- und Arbeitswelt. Sie erlebten einerseits neue persönliche Freiheiten, die ihnen zuvor die SED-Diktatur verwehrt hatte. So verfügten sie jetzt über Meinungsfreiheit, konnten frei reisen und unternehmerisch tätig werden. Andererseits brachte die neue Einheit aber auch Herausforderungen wie beispielsweise eine hohe Arbeitslosigkeit mit sich.

Auch wenn die deutsche Einheit und die folgenden Transformationsprozesse für die meisten Westdeutschen keine so deutlichen Umbrüche mit sich brachten, gingen auch hier die Ereignisse nicht spurlos vorüber: In Grenzgebieten war der Wandel direkt spürbar, ostdeutsche Übersiedler wurden überall zu neuen Nachbarn und Westdeutsche gingen als Aufbauhelfer zeitweise oder auch dauerhaft in den Osten Deutschlands. Zahlreiche Ost- und Westdeutsche lernten sich kennen und manche Familien fanden nach Jahren der Trennung wieder zusammen.

Wer konnte sich beteiligen?

Von September 2019 bis März 2020 waren Jugendliche aus ganz Deutschland aufgerufen, ihre Beiträge beim Wettbewerb einzureichen. Die Teilnehmer waren zwischen 13 und 19 Jahren alt und arbeiteten im Team. Ihrer Kreativität waren keine Grenzen gesetzt: Ob Film, Podcast oder Text –  die Form der Beiträge war frei wählbar und wurde ergänzt durch einen kleinen Projektbericht, der Fragestellung, Vorgehensweise und Quellen erläuterte.

Preisgelder

Es gab zahlreiche Preise zu gewinnen:

  • 3 erste Preise je 3.000 Euro
  • 4 zweite Preise je 1.500 Euro
  • 28 dritte Preise je 500 Euro

Die Jury

Eine breit aufgestellte siebenköpfige Jury schaute sich die Beiträge genau an und wählte die Siegerprojekte aus. Gar keine leichte Aufgabe!

Mawil

ist ein deutscher Comic-Zeichner und Illustrator. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Graphic Novel „Kinderland“.

„Wenn ich früher an die Umbruchszeit von 1989/90 dachte, ging es immer erstmal
um die kindliche Begeisterung über die neuen West-Spielsachen, die Musik und Klamotten.
Heute beschäftigt mich als Erwachsener eher die damalige Situation meiner Eltern,
die Aufbruchsstimmung aber auch die Unsicherheit über Jobverlust und Systemwechsel.“

Christina Morina

ist Professorin für Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld.

„Die Umbruchszeit ist für mich hauptsächlich eine Zeit des Aufbruchs, der Freiheit und der unendlichen Möglichkeiten, zugleich aber auch eine Zeit der Unsicherheiten und offenen Fragen, die mich persönlich und als Historikerin heute intensiver denn je beschäftigen.“

Niko Lamprecht

ist stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. und Schulleiter der Carl-von-Ossietzky-Schule in Wiesbaden. Er unterrichtet Geschichte, Musik sowie Politik und Wirtschaft.

„Wir sollten uns heute mit der Umbruchszeit seit 1989/90 beschäftigen, weil sie ein Schnittpunkt der Geschichte ist, ohne dessen Kenntnis wir (und besonders Jugendliche) manche Entwicklung nicht einmal im Ansatz einordnen und verstehen könnten.“

Helene Reiner

ist Social-Media-Expertin, Redakteurin und Teil der News-WG, einem Instagram Kanal des Bayrischen Rundfunks. Dort bereitet sie News zum Mitreden und Verstehen auf.

„Wenn ich an die Umbruchszeit seit 1989/90 denke, dann denke ich als erstes an mutige Menschen, die friedlich für Freiheit und Demokratie gekämpft haben und es geschafft haben, eine schier unüberwindbare Mauer zum Fall zu bringen.“

Helen Schroeder

ist stellvertretende Landesschülersprecherin, die Koordinatorin für Presse der Bundesschülerkonferenz und setzt sich engagiert für die Belange der Schülerinnen und Schüler ein.

„Wir sollten uns heute mit der Umbruchszeit seit 1989/90 beschäftigen, weil die Ereignisse des kalten Krieges und die damit verbundene Teilung Deutschlands, ebenso wie die dem entgegengesetzte Bewegung der Wiedervereinigung noch immer gesellschaftliche, soziale und politische Auswirkungen in der heutigen Zeit haben. Auch ich kann diese wahrnehmen, obwohl ich jene Ereignisse persönlich nicht miterlebt habe.“

Anna Kaminsky

ist Geschäftsführerin/Director der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und richtet gemeinsam mit dem Ostbeauftragten den Jugendwettbewerb aus.

„Die Umbruchszeit ist für mich hauptsächlich eine Zeit großer Hoffnungen und Erwartungen aber auch eine Zeit voller Ängste und Verunsicherungen.“

Dagmar Rothacher

ist Leiterin des Arbeitsstabes Angelegenheiten der neuen Bundesländer und unterstützt den Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, den Parlamentarischen Staatssekretär Marco Wanderwitz.

„Wir sollten uns heute mit der Umbruchszeit seit 1989/90 beschäftigen, weil die einzigartigen Aufbauleistungen und Umbrucherfahrungen der Menschen in den neuen Bundesländern in das kollektive Gedächtnis aller Deutschen gehören.“

 

Der Wettbewerb in Zahlen

Hier geht’s zu den
Gewinner-Beiträgen

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Gewinner-Beiträge

Preisverleih

Die Siegerprojekte wurden am 23. Juni 2020 in einer
digitalen Preisverleihung im Berliner Kino International gekürt.
Die Moderation übernahmen Mr. Wissen2Go Mirko Drotschmann und Rahmah Hasan.