Umbruchsexperten
gesucht

Rund 30 Jahre ist es her, dass die Friedliche Revolution und der demokratische Aufbruch in der DDR die deutsche Einheit ermöglichten. Viele von euch kennen sicherlich Fotos der großen Demonstrationen von 1989 und des Mauerfalls. Aber was passierte eigentlich in der Zeit danach?

Zwei ganz unterschiedliche Länder mussten zusammenwachsen. In Ostdeutschland wurde ein neues politisches, wirtschaftliches und soziales System eingeführt. Diese Veränderungen betrafen nicht nur die Politik, sondern hatten tiefgehende Auswirkungen auf einzelne Menschen.

Für viele Ostdeutsche änderte sich in dieser Umbruchszeit ihre gesamte Lebens- und Arbeitswelt. Sie erlebten einerseits neue persönliche Freiheiten, die ihnen zuvor die SED-Diktatur verwehrt hatte. So verfügten sie jetzt über Meinungsfreiheit, konnten frei reisen und unternehmerisch tätig werden. Andererseits brachte die neue Einheit aber auch Herausforderungen wie beispielsweise eine hohe Arbeitslosigkeit.

Auch wenn die deutsche Einheit und die folgenden Transformationsprozesse für die meisten Westdeutschen keine so deutlichen Umbrüche mit sich brachten, gingen auch hier die Ereignisse nicht spurlos vorüber: In Grenzgebieten war der Wandel direkt spürbar, ostdeutsche Übersiedler wurden überall zu neuen Nachbarn und Westdeutsche gingen als Aufbauhelfer zeitweise oder auch dauerhaft in den Osten Deutschlands. Zahlreiche Ost- und Westdeutsche lernten sich kennen und manche Familien fanden nach Jahren der Trennung wieder zusammen.

So macht ihr mit

Wettbewerbsbeitrag

Überlegt euch in einer Gruppe ein Thema, das zum Wettbewerb  passt. Eure Lehrerinnen und Lehrer oder auch andere Personen können euch dabei helfen. Begebt euch auf die Spurensuche und gestaltet einen Beitrag.

Projektbericht

Erläutert den Ablauf eures Projektes in einem kurzen circa einseitigen Bericht, den ihr mit eurem Wettbewerbsbeitrag mitschickt.

Welche Form kann euer Beitrag haben?

  • Das dürft ihr frei entscheiden: Ob Textbeitrag, Film, Plakat, Comic oder ein ganz anderes Format – eurer Kreativität sind (fast) keine Grenzen gesetzt.
  • Beachtet aber folgende Beschränkung: Schriftliche Beiträge sollten nicht länger als 30 Seiten und Audio- oder Filmbeiträge nicht länger als 20 Minuten sein.

Weitere Tipps

Worauf achtet unsere Jury besonders?

  • Befasst ihr euch mit Deutschland seit der Einheit 1989/90?
  • Gibt es eine Fragestellung, die in der Arbeit verfolgt wird?
  • Wird konkreten Geschichten nachgegangen?
  • Schlägt das Projekt eine Brücke zur Gegenwart?

Preise

Teilnehmen und einen von 7 Haupt- und bis zu 25 Förderpreisen gewinnen!

Erste Preise werden mit 3.000 Euro prämiert, zweite Preise mit je 1.500 Euro. Förderpreise werden  mit 500 Euro dotiert.*
Alle Hauptpreisträger werden von uns zur feierlichen Preisverleihung nach Berlin eingeladen. Die Reise- und Übernachtungskosten übernehmen wir. Und ganz wichtig: Jeder, der am Wettbewerb teilgenommen hat, erhält eine Urkunde.

Die Preisverleihung wird im Juni 2020 im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie stattfinden.

* Alle Geldpreise werden an die Institution ausgezahlt, an der die Wettbewerbsgruppe angesiedelt ist und sollen den Teilnehmerinnen
und Teilnehmern im Sinne der politischen Bildungsarbeit zugutekommen.

 

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Die Jury

 

Mawil

ist ein deutscher Comic-Zeichner und Illustrator. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Graphic Novel „Kinderland“.

„Wenn ich früher an die Umbruchszeit von 1989/90 dachte, ging es immer erstmal
um die kindliche Begeisterung über die neuen West-Spielsachen, die Musik und Klamotten.
Heute beschäftigt mich als Erwachsener eher die damalige Situation meiner Eltern,
die Aufbruchsstimmung aber auch die Unsicherheit über Jobverlust und Systemwechsel.“

Christina Morina

ist Professorin für Allgemeine Geschichte unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte an der Universität Bielefeld.

„Die Umbruchszeit ist für mich hauptsächlich eine Zeit des Aufbruchs, der Freiheit und der unendlichen Möglichkeiten, zugleich aber auch eine Zeit der Unsicherheiten und offenen Fragen, die mich persönlich und als Historikerin heute intensiver denn je beschäftigen.“

Niko Lamprecht

ist stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Geschichtslehrer Deutschlands e.V. und Schulleiter der Carl-von-Ossietzky-Schule in Wiesbaden. Er unterrichtet Geschichte, Musik sowie Politik und Wirtschaft.

„Wir sollten uns heute mit der Umbruchszeit seit 1989/90 beschäftigen, weil sie ein Schnittpunkt der Geschichte ist, ohne dessen Kenntnis wir (und besonders Jugendliche) manche Entwicklung nicht einmal im Ansatz einordnen und verstehen könnten.“

Helene Reiner

ist Social-Media-Expertin, Redakteurin und Teil der News-WG, einem Instagram Kanal des Bayrischen Rundfunks. Dort bereitet sie News zum Mitreden und Verstehen auf.

„Wenn ich an die Umbruchszeit seit 1989/90 denke, dann denke ich als erstes an mutige Menschen, die friedlich für Freiheit und Demokratie gekämpft haben und es geschafft haben, eine schier unüberwindbare Mauer zum Fall zu bringen.“

Helen Schroeder

ist stellvertretende Landesschülersprecherin, die Koordinatorin für Presse der Bundesschülerkonferenz und setzt sich engagiert für die Belange der Schülerinnen und Schüler ein.

„Wir sollten uns heute mit der Umbruchszeit seit 1989/90 beschäftigen, weil die Ereignisse des kalten Krieges und die damit verbundene Teilung Deutschlands, ebenso wie die dem entgegengesetzte Bewegung der Wiedervereinigung noch immer gesellschaftliche, soziale und politische Auswirkungen in der heutigen Zeit haben. Auch ich kann diese wahrnehmen, obwohl ich jene Ereignisse persönlich nicht miterlebt habe.“

Anna Kaminsky

ist Geschäftsführerin/Director der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und richtet gemeinsam mit dem Ostbeauftragten den Jugendwettbewerb aus.

„Die Umbruchszeit ist für mich hauptsächlich eine Zeit großer Hoffnungen und Erwartungen aber auch eine Zeit voller Ängste und Verunsicherungen.“

Dagmar Rothacher

ist Leiterin des Arbeitsstabes Angelegenheiten der neuen Bundesländer und unterstützt den Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer, den Parlamentarischen Staatssekretär Marco Wanderwitz.

„Wir sollten uns heute mit der Umbruchszeit seit 1989/90 beschäftigen, weil die einzigartigen Aufbauleistungen und Umbrucherfahrungen der Menschen in den neuen Bundesländern in das kollektive Gedächtnis aller Deutschen gehören.“