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bis zur Preisverleihung

Umbruchszeiten.
Deutschland im Wandel
seit der Einheit
Thema 2021/2022: Jungsein

Umbruchsexpertinnen und -experten
gesucht

Gibt es heute eigentlich noch Punks? Und wie entwickelten sich Jugendkulturen von damals bis heute?

Die Zeiten nach der Vereinigung 1989/90 waren für viele Deutsche Umbruchszeiten. Zwei völlig unterschiedliche Länder und ihre Bewohner/-innen mussten zusammenfinden. Das betraf nicht nur die Politik, sondern auch den Alltag und die Gesellschaft – von Musik bis Mode und von Reisen bis Jobsuche.

Weißt du, was sich nach der deutschen Einheit für Jugendliche in Ost- und Westdeutschland änderte?

Hast du Lust, dich auf eine spannende Spurensuche nach Geschichten von Personen und Orten zu begeben, die durch die Einheit geprägt wurden?

Fragst du dich auch, was all das noch mit unserer heutigen Welt zu tun hat?

Such dir ein interessantes Thema, ein paar Mitstreiter/-innen und finde raus, was seit damals passiert ist.

Dafür kannst du Zeitzeugengespräche führen, zu passenden Orten fahren und in Büchern oder dem Internet recherchieren oder vieles mehr. Wie du deine Ergebnisse dann präsentierst, ist dir überlassen: Ob Film, Comic oder Text, alles ist möglich!


Jugendliche in der DDR

Der Jugendwettbewerb

Der Wettbewerb „Umbruchszeiten. Deutschland im Wandel seit der Einheit“ möchte 2021/2022 Jugendliche anregen, sich mit der jüngsten Vergangenheit und Fragen rund um das Erwachsenwerden in den Umbruchjahren seit 1989/90 auseinanderzusetzen. Einzelne Geschichten – über Menschen und Orte – stehen im Mittelpunkt. Ab dem 15. September können sie sich mit Beiträgen zum Thema „Jungsein“ beteiligen und insgesamt bis zu 30 Preise in Höhe von 500 bis 3.000 Euro gewinnen. Die Preisverleihung findet am 20. Juni in Berlin statt.

Das Thema: Jungsein

Jungsein damals und heute – was hat sich seit der deutschen Einheit gewandelt? Rund 30 Jahre ist es her, dass die Friedliche Revolution und der demokratische Aufbruch in der DDR die deutsche Einheit ermöglichten. Die Jugendlichen, die die Umbrüche 1989/90 erlebten, sind heute erwachsen und in vielen Fällen selbst Eltern. 

Deutschland musste nach 40 Jahren Teilung wieder zusammenwachsen. In Ostdeutschland wurde nach Ende des Sozialismus und der Planwirtschaft ein neues politisches, wirtschaftliches und soziales System nach bundesrepublikanischem Vorbild eingeführt. Diese Veränderungen betrafen nicht nur die Politik, sondern hatten tiefgehende Auswirkungen auf das Leben einzelner Menschen. Die Jugendlichen von damals erlebten einerseits neue Freiheiten und Hoffnungen. Andererseits war es auch eine Phase der Verunsicherung und Orientierungslosigkeit. Was veränderte sich 1989/90 für junge Menschen, als Deutschland wieder ein Land wurde? Inwieweit sind die Auswirkungen auch in der Gegenwart noch spürbar? Und bedeutet es heute noch etwas, ob man in Ost- oder Westdeutschland aufwächst?

Das Thema bezieht sich nicht nur auf Ostdeutschland: Bereits vor 1989 hatten Menschen Kontakte über die Mauer hinweg. Mode und Musik beeinflussten sich gegenseitig. Wie entwickelten sich Jugendkulturen von damals bis heute? Nach Mauerfall und Einheit zogen Millionen Menschen innerhalb von Deutschland von Ost nach West und West nach Ost. Ebenso sind Menschen aus anderen Regionen der Welt und mit diversen kulturellen und religiösen Hintergründen nach Deutschland gekommen und haben hier eine Heimat gefunden. Welche Erfahrungen haben sie in der Transformationszeit gemacht?

Wer kann sich beteiligen?

Teilnehmen können Gruppen von Jugendlichen im Alter von 13 bis 19 Jahren, die Lust haben, sich auf die historische Spurensuche zu begeben und sich mit konkreten Geschichten über Menschen und Orte auseinanderzusetzen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt: Ob Film, Podcast oder Text –  die Form der Beiträge ist frei wählbar und soll durch einen kleinen Projektbericht ergänzt werden, der Fragestellung, Vorgehensweise und Quellen erläutert.

Start des Wettbewerbs ist der 15. September 2021. Einsendeschluss für die Beiträge ist der 1. März 2022. 

Preisgelder -Hauptpreise bis zu 3.000 Euro!

Alle Hauptpreisträger/-innen werden von uns zur feierlichen Preisverleihung nach Berlin eingeladen. Die Kosten für eure Anreise und Übernachtung übernehmen wir. Die Preisverleihung wird am 20. Juni 2022 in Berlin stattfinden.

Auch, wenn es bei euch zu keinem Hauptpreis gereicht hat, geht ihr nicht leer aus: Zusätzlich werden bis zu 25 dritte Preise zu je 500 Euro vergeben. Und ganz wichtig: Alle, die am Wettbewerb teilgenommen haben, erhalten eine Urkunde.

Jetzt schnell registrieren und loslegen!

Jury

Eine siebenköpfige Jury wird sich die Beiträge genau anschauen und die Siegerprojekte auswählen.

Lena Brasch

entstammt der berühmten Ost-Berliner Künstlerfamilie Brasch und arbeitet als Literaturagentin, Autorin und Regisseurin unter anderem am Berliner Ensemble, der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und dem Deutschen Theater Berlin.

„Wenn ich an das Thema Jungsein in Umbruchszeiten seit 1989/90 denke, dann denke ich als erstes an den folgenschweren Irrglauben, es bestünde keine Notwendigkeit darin, die Nachwendegeneration miteinzubeziehen, wenn es um die Auseinandersetzung mit dem noch immer andauernden Umbruch geht.“

Dennis Chiponda

studiert Politik in Leipzig, ist stellvertretender Landesvorsitzender der SPDqueer in Sachsen und arbeitet im Projekt JUGENDSTIL* der Stiftung Bürger für Bürger in Halle.

„Wenn ich an das Thema Jungsein in Umbruchszeiten seit 1989/90 denke, dann denke ich als erstes an die Baseballschlägerjahre. Ich will nicht, dass 9-jährige Kinder wie ich damals erfahren, wie es ist, sich in Büschen vor Nazis mit Baseballschlägern zu verstecken. Kein Kind sollte die Erfahrung machen müssen, mit dem Leben abzuschließen.“

Niko Lamprecht

ist stellvertretender Vorsitzender des Verbands der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V. und Schulleiter der Carl-von-Ossietzky-Schule in Wiesbaden. Er unterrichtet Geschichte, Musik sowie Politik und Wirtschaft.

„Wenn ich an das Thema Jungsein in Umbruchszeiten seit 1989/90 denke, dann denke ich als erstes an die eigene Erinnerung, da ich damals als junger Erwachsener doch ganz anders an den Umbruch heranging, als ich es heute tun würde. Es war ein großer Einschnitt, der mich – als Westdeutschen – tief bewegte, aber doch eher im naiv-passiven Sinn. Man hatte ja sozusagen keinen Handlungsdruck! Wie mag es damals aber jungen bzw. noch jüngeren Menschen ergangen sein, die in der DDR lebten? Man kann es erforschen und erahnen, aber die Erlebnisebenen werden sehr unterschiedlich gewesen sein.“

Hedwig Richter

ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen u. a. auf Demokratie- und Diktaturforschung, Geschlechterforschung sowie Kirchen- und Migrationsforschung.

„Wenn ich an das Thema Jungsein in Umbruchszeiten seit 1989/90 denke, dann denke ich als erstes daran, wie unglaublich schön und aufregend die Zeit für mich als Schülerin war, wie ich – in der Schwäbischen Provinz – am 10. November 1989 mit Geschwistern und Freunden zum Kiosk ging und eine BILD-Zeitung kaufte, weil deren grelle Schlagzeilen uns adäquat für das Ereignis erschienen, wie wir diskutierten, wie die Trabis kamen und man ihnen zuhupte und zuwinkte. – Alles war voller Zukunft und Abenteuer.“

Katharina Swinka

absolviert derzeit ihr Abitur in Potsdam und ist Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz und vertritt dort die Belange der Schüler/-innen gegenüber der Politik, der Öffentlichkeit und den Medien.

„Wenn ich an das Thema Jungsein in Umbruchszeiten seit 1989/90 denke, dann denke ich als erstes an meine Mutter in ihrer Jugend im Osten und wie dieser Umbruch ihre komplette Zukunft bestimmt hat. Sie hat Dinge erlebt und gefühlt, die ich – nun älter als sie damals – nicht im Ansatz nachvollziehen kann.“

 

Anna Kaminsky

ist Direktorin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und richtet gemeinsam mit dem Staatsminister beim Bundeskanzler und Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland den Jugendwettbewerb aus.

„Wenn ich an das Thema Jungsein in Umbruchszeiten seit 1989/90 denke, dann denke ich als erstes an die unglaublichen Möglichkeiten, die sich mit dem Ende der Diktatur aufgetan haben, wie viele Hoffnungen, Träume und Erwartungen es gab. Ich sehe so Vieles, was trotz aller Schwierigkeiten gelungen ist. Zugleich sehe ich, wie schwierig der Umbruch für viele Menschen war und wie schwer es war, sich in einer völlig neuen Ordnung und in der Demokratie zurecht zu finden.“

Andreas Wessel-Terharn

ist Jurist und unterstützt als Referatsleiter den Staatsminister beim Bundeskanzler und Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland, Carsten Schneider.

„Wir sollten uns heute mit der Umbruchszeit seit 1989/90 auch aus junger Perspektive beschäftigen, weil in der öffentlichen Darstellung der normale Lebensalltag der Menschen vor, während und nach der Friedlichen Revolution zu kurz kommt. Deswegen ist es sinnvoll, einen Blick darauf zu werfen, wie sich die Situation junger Menschen geändert hat, welche neuen Freiheiten sich ergeben haben, aber auch welche Herausforderungen entstanden sind.“

Infoveranstaltung

Am 28. September 2021 sprachen Pressesprecher Jörg von Bilavsky und die damalige Projektkoordinatorin Helen Stoeßel über den Jugendwettbewerb, das diesjährige Thema und die Teilnahmebedingungen.

Hier geht es zur Veranstaltung

 

 

Infoveranstaltung

Hier geht’s zum Projektarchiv 2019/20

Alle Gewinner-Gruppen und einige weitere schöne Beiträge werden in unserem Projektarchiv vorgestellt.
Lasst euch von den tollen Themen und Formaten inspirieren!

 

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